Grüner Gockel                                         

Umwelterklärung 2016 der
Evangelischen Kirchengemeinde Schwetzingen

>> Umwelterklärung zum download (PDF)
Umweltmanagement in der Kirchengemeinde 2016

>> ein Video mit Informationen
Themen:

>> Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung!

>> Heizung im Melanchthon-Gemeindezentrum

>> "Heiliggeist wärmt jetzt ein Schal"

>> Insektenhotel am Melanchthon-Haus

>> Feuerlöschübung für Erzieherinnen

>> Wer hat denn schon damit gerechnet, dass wir schon im August 2010 die Heizung anwerfen mussten?

>> Nutzung von Regenwasser

Der Grüne Gockel – Rückblick und Ausblick

Vor mehr als fünf Jahren haben wir in unserer Auftaktveranstaltung das Projekt „Grüner Gockel“ der Landeskirche in unserer Kirchengemeinde offiziell eingeführt. Wir können heute auf eine zwar arbeitsreiche, aber auch fruchtbare Zeit zurückblicken und eine erste Bilanz ziehen.

Einzelheiten zu diesen Maßnahmen können Sie in unseren Berichten im Gemeindegruß und auf unserer Internet-Seite nachlesen.

Die erfassten Daten sowie alle durchgeführten und geplanten Maßnahmen haben wir zusammen mit der aufgebauten Organisationsstruktur in der Umwelterklärung 2011 dargestellt. Eine ständige Kontrolle wird dafür sorgen, dass wir immer mehr Verbesserungen anstreben und letztlich auch in die Tat umsetzen. Aber zunächst ein herzliches Dankeschön an die Menschen, die in den letzten zwei Jahren das Projekt „Grüner Gockel“ in unserer Kirchengemeinde mit Leben erfüllt haben.

Wir freuen uns jederzeit über neue Mitstreiter und kreative Ideen. Für Fragen rund um den Grünen Gockel steht Ihnen unser Umweltteam gerne zur Verfügung S. Wegner, U. Kirchner, T. Müller, A. Scharf, K.-E. Deuster, D. Konrad

Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung!

Am dritten Advent erhielten die Vertreter der Evangelische Kirchengemeinde Schwetzingen aus den Händen von Oberkirchenrat Stefan Werner die Urkunde, die eine erfolgreiche Teilnahme am Projekt „Grüner Gockel“ der Landeskirche bestätigt. Oberkirchenrat Werner hielt fest, dass nicht die großen Veranstaltungen wie etwa die Klimakonferenz 2011 im südafrikanischen Durban die Welt vornehmlich ökologisch weiterbringen, sondern die vielen kleinen Maßnahmen, die konsequent von jedem Einzelnen verfolgt werden.

Deshalb sind Projekte wie der „Grüne Gockel“ besonders geeignet, die Welt an der Basis vorwärts zu bringen. Nach Weihnachten und Jahreswechsel stellt sich jetzt wieder der Alltag ein. Für das Umweltteam heißt das, dass im Jahr 2012 ein Berg von Arbeit wartet. So wird die Einführung des Gruppenpfarramts genutzt, die Sekretariate aus den bisherigen Pfarrgemeinden zusammenzuführen. Dies bedeutet z.B., das Thema Sachaufwendungen (Papier, Reinigungsmittel u.a.) auf eine neue Grundlage zu stellen, die modernen ökologischen und ökonomischen Ansprüchen genügt. Die Herausforderung schlechthin wird die Sanierung des Melanchthon-Gemeindezentrums sein, die in diesem Jahr in Angriff genommen werden muss.

Sibylle Wegner und Ulrich Kirchner
Umweltteam

Zertifizierung mit dem „Grünen Gockel“

In einer gelungenen Feierstunde am dritten Adventssonntag wurde in der evang. Kirchengemeinde Schwetzingen durch Oberkirchenrat Stefan Werner (Bildmitte) im Namen der badischen Landeskirche die Urkunde für den sog. „Grünen Gockel“ offiziell überreicht - das Foto zeigt die Verantwortlichen der vier Pfarreien und des Umweltteams der Gesamtgemeinde einschließlich der beratenden Auditoren. Mit dieser Zertifizierung gemäß der europäischen Richtlinie EMAS aufgrund einer externen Prüfung und durch einen offiziell bestellten Gutachter wird auch das umweltgerechte Handeln der Kirchengemeinde sowie ihrer Einrichtungen anerkannt. Die vom KGR beschlossenen und der ganzen Maßnahme zugrunde liegenden Schöpfungsleitlinien sowie die umfangreiche Umwelterklärung mit vielen aufschlussreichen Zahlen, Erhebungen, Tabellen sind außerdem eine hilfreiche Selbstverpflichtung für alle weiteren Schritte der nächsten Zeit.

OKR Stefan Werner (hintere Reihe 2. v.l. )
mit dem Umweltteam

Die Zertifizierung ist erteilt !

Gott gab uns Atem, damit wir leben,
er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
(EG 432, 1)

In unserer Auftaktveranstaltung zum Projekt Grüner Gockel in Schwetzingen am 26. Juli 2009 haben wir nach der Bekanntgabe unserer Schöpfungsleitlinien dieses Lied gesungen, das uns indirekt den Auftrag erteilt, diese Erde, auf der wir leben, zu erhalten.
Seither scharrte der Grüne Gockel ausdauernd und akribisch, bis er alle Daten, Messungen und Verbräuche erhoben hatte, die zu einer Verbesserung der Umweltbilanz der Gemeinde erforderlich sind. Das Umweltteam hat der Gemeinde mit einem Umweltprogramm für die nächsten Jahre gleichsam ein Grundgesetz erarbeitet. Vielfältige Maßnahmen sind seitdem eingeleitet worden, die dem Ziel Erhaltung der Schöpfung dienen.

Am 26. Oktober 2011 waren deshalb Freude und Erleichterung in der Kirchengemeinde, insbesondere natürlich in unserem Umweltteam, groß, als nach rund 6-stündiger Prüfung durch einen externen Auditor feststand: Die Evangelische Kirchengemeinde Schwetzingen ist nach der europäischen Richtlinie EMAS und dem kirchlichen Umweltmanagementsystem GRÜNER GOCKEL zertifiziert.

Wer nun glaubt, der Grüne Gockel hört jetzt auf, zu scharren und seine Stimme zu erheben, täuscht sich. Es gibt für ihn noch viel zu tun. Deshalb würde er sich über vielfältige Unterstützung aus der Gemeinde freuen. Es kräht sehr wohl ein Hahn danach, wenn sich die Erde erwärmt, wenn Gletscher schmelzen und verschwinden, wenn es durch die Klimaänderung in einem Jahrzehnt drei Jahrhunderthochwasser gibt. Es gilt, weiterhin wachsam und sorgfältig mit der Schöpfung umzugehen.

Zunächst wollen aber wir das Erreichte feiern und denen danken, die uns in den letzten Monaten tatkräftig unterstützt haben.


Sibylle Wegner und Ulrich Kirchner
Umweltteam

Holzpellets-Heizung für das Melanchthon-Haus

Allmählich neigt sich die Lebensdauer der Heizung im Melanchthon-Gemeindezentrum ihrem Ende entgegen. Die Konzeption für eine neue Heizungs-Anlage war die erste große Maßnahme, die das Umweltteam zur Entscheidung durch das zuständige Gremium vorzubereiten hatte.

Der Leitgedanke des Projekts „Grüner Gockel“, die Schöpfung zu bewahren, gebietet es, neben der Ökonomie möglichst auf mindestens  gleicher Ebene die Ökologie zu beachten. Deshalb haben wir uns intensiv nicht nur mit Heizungssystemen mit herkömmlichen Energieträgern wie Fernwärme, Erdgas und Erdöl beschäftigt, sondern auch Systeme auf der Basis erneuerbarer Energien geprüft.

Was sind erneuerbare Energien ?

Erneuerbare Energien sind nachhaltig zur Verfügung stehende Energieressourcen, zu denen insbesondere Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie und Geothermie gehören. Eine andere Quelle erneuerbarer Energien ist das energetische Potential der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenen Biomasse (Biogas, Bioethanol, Holz u.a.).

Nach sorgfältiger Abwägung aller Gesichtspunkte haben wir uns schließlich für eine Holzpellets-Heizung entschieden.
Welche Gründe waren für diese Entscheidung maßgebend ?

Wenn wir uns die Energiepreisentwicklung für die drei Energieträger Öl, Gas und Holz ansehen, erkennen wir, das Holz der günstigste Energieträger ist. Das liegt u.a. auch daran, dass Öl und Gas per Tanker oder Pipeline aus fernen Ländern herbeigeschafft werden muss.

Die für Fernwärme benötigte Kohle bezieht z.B. das Großkraftwerk Mannheim aus Kolumbien. Das benötigte Holz wächst hingegen in der unmittelbaren Umgebung.

Holzpellets sind die modernste Form des Energieträgers Holz. Sie werden zu 100% aus fein gemahlenen Holzspänen hergestellt. Das holzeigene Lignin dient dabei als natürliches Bindemittel. Es werden keinerlei chemische Zusätze für die Herstellung der Pellets benötigt.

Holz ist ein natürlich nachwachsender Energieträger, der ökologisch vorbildlich und CO2-neutral Heizungswärme erzeugt.

Holz ist nahezu unbegrenzt verfügbar. Jedes Jahr wächst in Deutschland mehr Holz nach, als dem Wald entnommen wird.

Ein weiterer Vorteil ist,  dass wir die Energie für unsere Heizung im Wege des Contracting beziehen. Das bedeutet, dass die Melanchthon-Gemeinde lediglich die verbrauchte Energie bezahlt. Investitionskosten und Wartungskosten für die Heizungsanlage entstehen nicht. Auch um die Vorratshaltung kümmert sich der Vertragspartner. Und die Kosten für die jährlich benötigte Energien werden gegenüber den herkömmlichen Energieträgern um bis zu 20% niedriger sein.


Im Juli 2011 beginnen die Arbeiten zur Erstellung der neuen Heizungsanlage. Nach Fertigstellung wird die Gemeinde Gelegenheit erhalten, die neue Heizungsanlage in Augenschein zu nehmen.

Ulrich Kirchner

Umweltteam

„Heiliggeist wärmt jetzt ein Schal“

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat die badische Landeskirche im Februar eine Klimaschutzkampagne durchgeführt. Ein fast 40 Meter langer orangefarbener „Schal“ schmückte einige Tage lang den Turm der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Er steht für das Ziel der evangelischen Kirche in Baden, bis zum Jahr 2020 mindestens 40 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen.

Ein wenig sah es bei den Vorbereitungen so aus, als sei in Heidelberg die Revolution ausgebrochen. Aber da hingen die Stoffbahnen noch schlaff herab, um sich dann wenig später wie eine Halskrause um das Sandsteinmauerwerk zu legen. Immerhin dreißig Meter Außenumfang maß der weithin sichtbare leuchtende „Schal“.

Bereits die Bibel betone die Verantwortung des Menschen für die Bewahrung der Umwelt, sagte Landesbischof Ulrich Fischer. „In den Schöpfungsberichten wird der Mensch als Teil der Schöpfung begriffen und nicht als ihr gegenüberstehend“.
Die badische Landeskirche will den Kohlendioxidausstoß bis 2015 um zunächst 25 Prozent und bis 2020 um mindestens 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 senken. Dafür sollen Gebäude saniert und auf Ökostrom umgestellt werden. Vor allem gehe es aber um eine Veränderung des alltäglichen Verhaltens. „Der Klimawandel wird nicht auf die Politik warten. Wir müssen als Gesellschaft sofort handeln, sonst droht der Welt in wenigen Jahren ein ökologisches, finanzielles und moralisches Chaos“, sagte der Leiter des kirchlichen Büros für Umwelt und Energie (BUE), André Witthöft-Mühlmann.

Landesbischof Dr. Ulrich Fischer erinnerte sich an erste Bemühungen vor 30 Jahren, als er ein junger Pfarrer in der Blumhardt-Gemeinde in Kirchheim war: „Damals ging es um Thermostat-Ventile und um Einsparungen bei der Kirchenheizung“. Eine große Befriedigung sei es für ihn zu erleben, dass die ganze Landeskirche sich nun für den Klimaschutz einsetze.
„Gott hat uns Lebensräume zur Verfügung gestellt, für die wir auch die Verantwortung übernehmen müssen“, griff Dekanin Marlene Schwöbel den theologischen Ansatz auf. Und wenn ökologische Einsicht und Sparzwang zusammenkämen, scheine das gut zu wirken. Sie begrüßte, dass die Klimaschutzkampagne in Heidelberg beginnt. Hier seien 74 Gebäude, die der Kirche gehören, einbezogen, einige davon wahre Energieschleudern. Veränderungen gemeinsam mit den Gemeinden herbeizuführen, sei das Ziel. Finanziell unterstützt wird das Klimaschutzkonzept vom Bundesumweltministerium und der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau.

Die aufgeblasene Halskrause in Rot-Orange, die den Turm der Heiliggeistkirche ziert - einige Spötter sahen darin eine überdimensionale Luftmatratze - wird, ganz im Sinne von Nachhaltigkeit, nach Gebrauch nicht weggeworfen: Das robuste Tentex-Material wird in den Diakonischen Werkstätten Mosbach zu Taschen weiterverarbeitet.
(Aktualisierte Fassung eines Artikels aus der RNZ vom 12./13.02.2011)

In unserer Kirchengemeinde bemühen wir uns dem Motto gerecht zu werden: „Global denken - lokal handeln“!

Insektenhotel am Melanchthon-Haus

Gemeinsam mit dem NABU hat das Team vom Grünen Gockel Ideen zur naturnahen Gestaltung des Gartens am Melanchthon-Haus entwickelt. Auf der insgesamt 1000qm großen Fläche bieten sich zahlreiche Möglichkeiten.
Der Bau einer Trockenmauer mit einer Kräuterspirale bietet für Eidechsen und Insekten Unterschlupf und Nahrung. Die Kräuter können vom Kindergarten und der Kirchengemeinde genutzt werden und die Kinder können die Tiere beobachten.

Am hinteren Zaun zwischen den Bäumen können Igelhäuser für die Überwinterung angelegt werden. Diese bestehen aus ein Meter großen Laub- und Reisighaufen, die im Inneren eine trockene Kiste enthalten. In direkter Nachbarschaft würde das Insektenhotel, unter anderem auch für Wildbienen, seinen Platz finden. Dabei sollte man wissen, dass Wildbienen keinen Stachel besitzen und daher ungefährlich sind.

Das Nahrungsangebot für die Insekten sichern wir durch die Anlage einer Wildblumenwiese hinter dem bereits vorhandenen Staudenbeet. Die morgendliche Akustik schaffen Singvögel, für die Nistkästen in den Bäumen aufgehängt werden.
Weitere spannende Gäste möchten wir am Glockenturm beheimaten. Denn dieser eignet sich hervorragend zum Anbringen von Fledermauskästen. Nach Auskunft des NABU lassen sich die Fledermäuse nicht durch den Glockenklang stören.

Jetzt suchen wir wieder tatkräftige und finanzielle Unterstützung für die Umsetzung unserer Ideen. Vielleicht haben auch Schulklassen Interesse an naturnahen Projekten. Lagern Sie irgendwo Sandsteine, die nicht mehr gebraucht werden?
Wir suchen Sandsteine zum Bau der Trockenmauer.

Für Fragen rund um den Grünen Gockel steht Ihnen unser Umweltteam gerne zur Verfügung.
S. Wegner, U. Kirchner, T. Müller, A. Scharf, K.-E. Deuster, D. Konrad, J. Ruiter

Feuerlöschübung für Erzieherinnen

Zum Umweltmanagement gehört auch ein sogenanntes "Rechtsaudit", das momentan durchgeführt wird. Dort wird überprüft, ob innerhalb der Gemeinde alle geltenden Sicherheits- und Rechtsvorschriften eingehalten werden.

In diesem Zusammenhang wurde eine Feuerlöschübung vereinbart. Ende September gab es dazu eine besondere Übungsstunde für die Erzieherinnen der Kindergärten, die Hausmeister der Gemeindehäuser und einige Älteste der evangelischen Kirchengemeinde. Zu Beginn erklärten erfahrene Feuerwehrleute das Vorgehen bei einem Brand oder einer Gefahrensituation in einer ausführlichen theoretischen Schulung. Besonders die Information, dass man einen verrauchten Raum innerhalb von acht Sekunden verlassen muss, hat alle sehr beeindruckt. Solche Evakuierungssituationen müssen mit Kindern immer wieder geübt werden. Auch dazu gab es wertvolle Ratschläge.

Spannend wurde es im praktischen Teil, denn jeder Anwesende durfte einen „Brand“ mit dem Feuerlöscher selbst löschen. Dazu hatten die Männer der Betriebs-feuerwehr eines Mannheimer Unternehmens ein Feuerdemonstrationsgerät und einige Feuerlöscher dabei. Die Windrichtung musste beachtet werden, der Feuerlöscher nicht zu hoch angesetzt und man musste schon etwas näher an das Feuer heran, als man eigentlich wollte.

Am Ende wurde noch eindrücklich gezeigt, was ein Becher Wasser anrichtet, mit dem 200ml brennendes Öl gelöscht werden sollten. Die 3m hohe Stichflamme wird so schnell niemand vergessen.
Diese Übung hat einige Fragen aufgeworfen, die jetzt in den Kindergärten und Gemeindehäusern diskutiert und bearbeitet werden müssen. Evakuierungspläne, Ausschilderung von Fluchtwegen und die Benachrichtigung im Krisenfall sind Aufgaben, die das Umweltteam und die Kirchengemeinde in nächster Zeit angehen werden. Natürlich hoffen alle, dass diese Krisenfälle niemals eintreten, aber wenn, dann sollten alle vorbereitet sein und sich richtig verhalten.


Für Fragen rund um den Grünen Gockel steht Ihnen unser Umweltteam gerne zur Verfügung
S. Wegner, U. Kirchner, T. Müller, A. Scharf, K.-E. Deuster, D. Konrad

Wer hat denn schon damit gerechnet, dass wir schon im August 2010 die Heizung anwerfen mussten?

Also nix wie runter in den Keller, denn in diesem Winter wollen wir natürlich Energie und damit Heizungskosten sparen. Nehmen wir zunächst einmal den Raum in Augenschein: Sind die Rohre alle noch optimal isoliert (Leitungen und Armaturen, Ventile, Mischer, Pumpengehäuse)? Die Temperatur im Heizraum sollte keinesfalls höher als 30° betragen!

Wenn ich nun vor der Heizung stehe und ich nicht weiß, was da alles was ist, sollte ich da erst einmal in der Bedienungsanleitung (evtl. beim Hersteller anfordern) nachschlagen und gleich die einzelnen Elemente beschriften und auf ihre Funktion hin prüfen. Dann langsam an die Einstellung gehen. Ein wichtiges Glied beim Energiesparen: die Heizkurve.

Was verbirgt sich dahinter? In der Regel bezieht sich die Heizkurve auf die Vorlauftemperatur der Heizfläche, bzw. auf die Eintrittstemperatur des Heizwassers, das sich durch Wärmeabgabe an den Raum abkühlt und mit der Rücklauftemperatur wieder dem Heizkessel zugeführt wird. Je höher die Wärmeabgabe ist, desto niedriger ist auch die Rücklauftemperatur bzw. desto größer ist die Temperaturspreizung (Temperaturdifferenz Vorlauf/Rücklauf). Die Auslegung der Heizanlage wird üblicherweise so vorgenommen, dass am kältesten Tag eine Spreizung von 15°C anliegt, entsprechend einer Vorlauftemperatur von 75°C und einer Rücklauftemperatur von 60°C. Die mittlere Heizflächentemperatur liegt dann bei 67°C. Bei Ansteigen der Außentemperatur auf 0°C ist nur noch etwa die Hälfte der Heizleistung erforderlich, was neben der Absenkung der mittleren Heizflächentemperatur auf ca. 50°C zusätzlich eine Reduzierung der Spreizung auf die Hälfte des Ursprungswertes (7°C) bedeutet. Die jetzt anliegende Vorlauftemperatur beträgt damit 50+3,5°C=53,5°C, die Rücklauftemperatur 50-3,5°C=46,5°C. Das Regelsystem übernimmt nach Einstellung der jeweiligen Heizkurve die Steuerung und Regelung der jeweils erforderlichen Vorlauftemperatur automatisch.

Moderne Regelsysteme passen die Heizkurve sogar selbständig den sich ändernden Anforderungen an Die Steilheit bestimmt, wie stark eine Änderung der Außentemperatur einen Anstieg der Vorlauftemperatur bewirkt.

Typische Werte bei einer konventionellen Heizung sind 1,4 … 1,6. Ein Wert von 1,5 bedeutet, dass eine Außentemperaturänderung von 1°C im Mittel eine Änderung der Vorlauftemperatur von 1,5°C bewirkt. Die Steilheit hängt vom verwendeten Heizungssystem und dem Wärmebedarf der Räume ab. Eine flache Heizkurve mit Werten von 0,5 ist beispielsweise typisch für Fußboden- oder Wandheizungen Je flacher die Kurve und damit je niedriger die Vorlauftemperatur ist, desto niedriger sind die Anlagenverluste und damit auch der Energieverbrauch. Das alles trifft nur zu, wenn dann auch die Heizkörper regelmäßig entlüftet werden ;-)

Nutzung von Regenwasser

Das Sammeln von Regenwasser zur Verwendung in Trockenperioden wurde bereits in der Frühzeit gepflegt. So lösten die Wüstenfestungen am Jordantal, die eine wichtige Rolle zwischen dem Makkabäer-Aufstand (167 v. Chr.) und der römischen Eroberung (63 v. Chr.) spielten, ihr Wasserproblem durch Zisternen. Und in der Neuzeit wurde die Nutzung von Regenwasser erst durch das Vordringen der zentralen Wasserversorgung in den Hintergrund gestellt. Steigende Wassergebühren und zunehmendes ökologisches Bewusstsein führen in der Tendenz wieder auf eine verstärkte Nutzung von Regenwasser hin. Deshalb sollen die folgenden wichtigen Fragen andiskutiert werden:

Welche Möglichkeiten der Regenwassernutzung im Haushalt gibt es ? Wie stellt sich die Wirtschaftlichkeit dar ? Gibt es hygienische Probleme ? Welche rechtlichen Vorgaben sind zu beachten ?

Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person und Tag beträgt ca. 95 Liter. Diese Wassermenge fällt an in den Bereichen Baden/Duschen (40 l), Essen/Trinken (5 l), Putzen (5 l) , Geschirr spülen (8 l), Wäsche waschen (12 l) , Toilettenspülung (20 l) und Garten (5 l). 35 l bis 40 l dieser Wassermenge können durch Regenwasser ersetzt werden. Die einfachste Variante ist die Verwendung von Regenwasser für die Gartenbewässerung. Vom Dach ablaufendes Regenwasser wird in Wassertonnen (ab 15 € im Handel) gesammelt und zur Bewässerung eingesetzt. Für die Nutzung im Haushalt ist der Einbau eines Wasserspeichers erforderlich, der z.B. vom Dach ablaufendes Wasser aufnimmt. Die Wasserkapazität der üblichen Regenwasserspeicher (unterirdische Zisternen und Kellertanks) liegt zwischen 2.000 und 10.000 Litern. Die Regenwasserzisterne auf dem Gelände des Lutherhauses beispielsweise enthält 7.000 Liter Wasser. Wichtig ist eine Feinfilderung des Regenwassers, um eine dauerhaft gute Wasserqualität zu gewährleisten. Fallrohrfilter, zentrale Sammelfilter oder fertig eingebaute Filter im Speicher sind die Varianten für eine fachgerechte Filterung.

Die Kosten für Speicher, Rohrleitungen, Filter und Pumpen liegen bei ca. 5.000 €. Ein 4- Personen-Haushalt spart bei einem Wasserpreis von 2 €/cbm etwa 80 €/Jahr, wenn er ca. 40 cbm Trinkwasser (25 Liter/Tag/Person) durch Regenwassernutzung ersetzt. Sollte Regenwasser auch beim Wäschewaschen eingesetzt werden, würde die Einsparung auf 60 cbm (40 Liter/Tag/Person) steigen und eine jährliche Ersparnis von ca. 120 € erbringen. Die Wartungskosten betragen ca. 100 €/Jahr. Investitions- und Folgekosten und Ersparnis heben sich gegenseitig auf . Bei einer Finanzierung der Investitionskosten sind die jährlichen Kosten höher wie die Ersparnis. Eine nicht bezuschusste Regenwasserspeicheranlage rechnet sich deshalb zur Zeit nicht. Problematischer ist allerdings, dass selbst im regenreichen Deutschland eine wirtschaftliche Nutzung nicht erreicht werden kann, weil zu wenig Regen fällt. Bei steigender Nutzung des Regenwassers würde das öffentliche Trinkwassernetz nicht ausgelastet. Die damit verbundenen Kosten müssten auf den Nutzer umgelegt werden und würden die Kosten noch höher werden lassen.

Die Qualität des Regenwassers hängt von der Aufnahme von Stoffen auf seinem Weg durch die Atmosphäre und vom Ort des Auftreffens ab. So werden beim Ablauf vom Dach Stoffe von dieser Oberfläche aufgenommen (z.B. Kupfer und Zink). Bakterielle Verunreinigungen können durch Vogelkot und tote Tiere in der Ablaufrinne geschehen. Diese Fehlerquellen lassen sich zwar durch technische Maßnahmen vermindern, erfordern jedoch eine stete Wartung der Anlage. In diesem Zusammenhang ist beunruhigend, dass eine aktuelle Untersuchung zu dem Ergebnis kam, dass nach mehrjähriger Laufzeit 70% der Regenwassernutzungsanlagen zu beanstanden waren. Die Verwendung von Regenwasser beim Wäschewaschen ist deshalb im Hinblick auf zunehmende Anfälligkeit für Allergien nicht zu empfehlen, obwohl durch die geringere Wasserhärte des Regenwassers eine Einsparung von Enthärtern und Waschmitteln lobenswert wäre.

Aus rechtlicher Sicht sei ein Blick in die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und die allgemeinen Bedingungen der Wasserversorgungsunternehmen (AVBWasserV) empfohlen. Hinsichtlich einer möglichen Baugenehmigung gibt die Landesbauordnung (LBO) Auskunft.

Abschließend kann uneingeschränkt die Verwendung von Regenwasser bei der Gartenbewässerung und der Toilettenspülung empfohlen werden. Bei einer darüber hinausgehenden Verwendung von Regenwasser im Haushalt sollten insbesondere Hygienegründe sorgfältig bedacht werden. Wer ökonomische Gründe berücksichtigen möchte, kann sich an folgende Grundregel halten: Je umfangreicher die Nutzung von Regenwasser sein soll, desto aufwändiger sind die Erstehungs- und Folgekosten und desto weniger rechnet sich eine entsprechende Investition. Wohlgemerkt: bei einer Nutzung von Regenwasser im Haushalt. In Industrie und bei den Kommunen sind andere Ansätze zu berücksichtigen.

Ulrich Kirchner
Mitglied im Umweltteam
Projekt „Grüner Gockel“

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